2 1/2 Jahre Berufserfahrung als Werkstudent. Gehaltswunsch: € 90.000,-! 😅
Von Knut
👉🏻 In aller Deutlichkeit: "Nein!"
In meiner Karriere hab ich einiges erlebt. Aber was von manchen v.a. jüngeren Kandidaten und Absolventen aktuell so aufgerufen wird, ist teilweise echt grotesk und geht phasenweise komplett am Leben vorbei 🙃
Vorab: Es ist völlig ok, beim Vorstellungsgespräch und in der Gehaltsverhandlung dreist zu sein und es einfach mal zu versuchen, um das Maximum rauszuholen: "Wer wagt, gewinnt!" Und ambitionierte Absolventen und Menschen, die was erreichen wollen, imponieren nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Führungskräften und Arbeitgebern 👍🏻
Gleichzeitig fällt es auch mir mittlerweile bei solchen Forderungen schwer, professionell und ernst zu bleiben.
👉🏻 Hier die brutale, ungeschönte Wahrheit, die Euch viele Unternehmer und Personaler im Gespräch so nicht sagen und Euch lieber im Nachgang eine automatisierte Absage per E-Mail schicken, in der man Euch „(…) viel Erfolg auch weiterhin und alles Gute für die Zukunft!“ wünscht:
Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium befähigt Euch zwar, in der Wirtschaft etwas zu leisten. Es bedeutet jedoch nicht, dass ihr schon etwas Besonderes für die Wirtschaft geleistet habt (und ich hab selbst nen Diplom).
90k Gehalt zu fordern weil man lesen, auswendig lernen und für ein paar Stunden ruhig sitzen kannst, überzeugt mich (und viele andere Entscheider) schon lange nicht mehr, denn das kann - zumindest aktuell noch - jeder Sechstklässler.
Was einigen Berufseinsteigern heute oft nicht klar ist, ist, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen (uns eingeschlossen) für ein ambitionierten Gehalt auch ambitionierte Leistungen sehen wollen. Und da – so meine Erfahrung – steigen viele Kandidaten gedanklich oft aus 💁🏼♂️
Wer mit 2 ½ Jahren Erfahrung als Werkstudent im Interview auftritt, wie eine gestandene Fachkraft mit mehrjähriger Berufserfahrung und für seine bisherige Leistung im Studium 90k fordert, muss sich nicht wundern, wenn er es perspektivisch schwer haben wird, eine Stelle zu finden und nachher im Regen steht. Ja, auch mit nem Bachelor/Master in der Tasche ☔️
❌ Das kann und wird so nicht funktioniert:
Man wird nicht für das bezahlt, was man bereits geleistet hat. Man wird für das bezahlt, was man erst noch leisten wird!
Ich finde, 2 ½ Jahre Erfahrung mit 20h/Woche als Werkstudent sind kein wirklich guter Garant für eine spätere Top-Performance in der realen Arbeitswelt. Denn da muss man sich - ich spreche aus Erfahrung - tatsächlich nochmal komplett aufs Neue beweisen.
An alle, die sich aktuell noch in der Ausbildung befinden bzw. studieren und Ambitionen haben, später mal überdurchschnittlich zu verdienen:
"Leistung" kommt stets vor "Vergütung"... selbst im Lexikon ✌🏻
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